OER - Open Educational Ressources

Eine interessante Twitter-Diskussion zum Thema OER - oder von was soll ich leben?

Freie Materialien für Schule und Lehre: warum nicht? Lehrer und Dozenten sind (in der Regel) Staatsbedienstete. Was von ihnen erstellt wird darf, nein sollte öffentlich verfügbar gemacht werden. Sie sollten auch eine Belohnung von ihrem Arbeitgeber dafür erhalten (Freizeit, Geld, Status...). Denn der Staat würde davon profitieren.

Das Dumme daran ist nur, dass keiner der Kultusminister da zustimmen würde: die Lobby der Schulbuchverlage wüsste dies mit Sicherheit zu torpedieren.

Was tun: Öffentlichkeitsarbeit, Piraten wählen, ...

Hier die Diskussion:

You simply can't train people to be social

Das spiegelt auch meine Erfahrungen wieder. Ein Training zur Vermittlung von Social Media-Skills ist ein gewagtes Unternehmen. Warum?

Teilnehmer haben

  • unterschiedliche Präferenzen
  • Unterschiedliche Aufgaben
  • Unterschiedliche Zielsetzungen
  • keine Vorstellung von Online-Kollaboration

Die Pyramide von Oscar Berg, auf die auch Harold Jarche und Jane Hart verweisen zeigt das Dilemma deutlich:

Collaborationpyramid
Der untere, nicht sichtbare Teil ist das Wesentliche. Dazu benötigt der Einzelne

  • ein starkes instrinsisches Intersse --> kann man nicht trainieren
  • Kenntnisse über Tools --> stark von individuellen Arbeitsbedingungen abhängig

Was ist aus Sicht des Unternehmens zu tun:

  • Eine Umgebung zu schaffen, in der sich Kommunikation und Kollaboration entwickeln kann
  • (Technische) Umgebungen bereitstellen die dies ermöglichen
  • Motivierte unterstützen
  • Gelegenheiten/Business Cases für die unmotivierten schaffen, so dass diese den Nutzen erleben
  • Fazit: Vorleben, Beispiele geben, Umgebungen bereitstellen - vergiss das Training!

 

 

 

User Generated Content - Crowdsoucred Content

Über "User generated content" (langer Artikel dazu) wird seit dem Beginn des Web 2.0-Zeitalters diskutiert. Dabei gibt es viele Aspekte, von denen einige uns gerade heute im Zusammenhang mit ACTA, SOPA = Diskussion über das Urheberrecht sehr beschäftigen.

Hier meine Liste der zu relevanten Aspekte zu User Generated Content:

  • Die Gretchenfrage: Warum soll ich meine Arbeiten öffentlich publizieren?
  • Wie finde ich geeigneten Content? --> Informationen
  • Wo finde ich geeigneten Content? --> Informationen, Vernetzung
  • Wie kann ich UGC weiterverwenden? --> rechtliche Fragen
  • Wie kann ich meine Arbeiten gegen unzulässige Verwendung schützen und was ist dabei "unzulässig"?
  • Welchen Inhalten kann ich vertrauen?
  • Welche Bedeutung hat USG intern im Unternehmen?
  • Wie kann man USG in der Weiterbildung einsetzen?
  • Wie erstelle ich Inhalt für Alle?
  • Wo kann ich meinen Inhalt publizieren?

"User generated Content/USG" bezeichnet Arbeiten, die eine Person im Web veröffentlicht. Bei Wikipedia kann man nicht mehr von USG sprechen, da hier viele Personen an einem Beitrag arbeiten. Hier spechen wir von "Crowdsourced Content" (aktueller Beitrag auf Teleopolis), also Inhalten, die von einer Vielzahl von Personen gemeinsam erstellt werden. Nach der Theorie der Schwarmintelligenz ist das Ergebnis immer besser, als wenn der Inhalt von nur einer Person geschrieben würde. Bei Wikipedia funktioniert es (aber auch mit Administratoren). Vorteile (engl.)

Beim gemeinsamen Erstellen, wird der einzelne Autor nicht mehr sichtbar. Warum sollte ich da mitmachen? Was habe ich davon? Wen gehört das Ergebnis? Funktioniert sas im Unternehmen? In der Weiterbildung?

Menge

 

Fortsetzung

Auslöser der Unterhaltung: http://ibuchem.wordpress.com/2011/11/01/social-learning-solea11/

lress:  @mediendidaktik Tolle Beschreibung von Social Learning #solea11 bit.ly/vFM2Hm auch wenns in eLearning 1 auch schon Kommunikation gab

mediendidaktik :  @lress re EL1.0: das stimmt, ich muss zugeben, ich habe dabei an Sie und die Webmeetings gedacht :) kommt nich als Kommentar #solea11

lress:  @mediendidaktik ich konnte mir den Kommentar nicht verkneifen :-)

mediendidaktik:  @lress ja klar, wie hat sich für Sie die Philosophie/Pädagogik von Virtual Classroom über die Jahre verändert?

lress:  @mediendidaktik die Antwort passt nicht mehr in Twitter :-)

Fortsetzung:

Eine gute Frage. Hat sich da etwas verändert?

Ja:

  • die Weiterentwicklung vom "präsentieren" zum "moderieren",
  • Professionalisierung
    • in Sprache und
    • Foliengestaltung
    • Interaktion mit den Teilnehmern

Nein:

  • Durch die Webinare (= nicht interaktive Präsentationen) gerät das Medium in den Ruf, ein Marketinginstrument oder Vorlesungs-Aufzeichnungstool zu sein.
  • Die technischen Probleme sind anscheinend nie zu lösen :-).
  • Die berüchtigte Frage "Können Sie mich hören?" lässt sich nicht ausrotten!
  • Die Bullet Point-Folien auch nicht.

formelles - nicht-formelles - informelles Lernen

Durch die anschauliche Grafik und die Präsentation von Jane Hart wurde ich mal wieder darauf aufmerksam, dass wir sehr genau aufpassen müssen, wie einzelen Begriffe definiert und angewendet werden. Jane Hart legt die Definitionen nach CEDEFOP in ihren Ausführungen zugrunde. Da gehören berufliche Weiterbildung, sprich Seminare, Workshops etc. zum Formal Learning. In Deutschland wird massgeblich nach den EU-Definitionen gearbeitet, wobei auch hier nationale Unterschiede der Auslegung zugelassen sind.

Ausführliche Erläuterungen finden sich auch hin der Broschüre des BMBF "Stand der Anerkennung non-formalen und informellen Lernens in Deutschland"

Fundstücke aus der Blogparade zu Social Learning #solea11

Ja:
"... erlaube ich den anderen die Partizipation am eigenen Lernen, und erhalte im Gegenzug Zugriff auf deren individuelle Prozesse. Es besteht eine “offene Schnittstelle” zwischen Lernern, die ständige Austauschprozesse unterstützt."

Nein:
Ein Kennzeichen von Social Learning: findet in online statt

Ja:
Offen, durch die Teilhabe anderer und durch mein Teilnehmen an dem Lernen der Anderen

Nein:
Social Lerning ist ein weißer Schwan

Ja:
...  eine Integration unterschiedlicher Lebenswelten: Arbeiten, Lernen und Freizeit sind vermischt, formale und informelle Lernsettings überlagern sich.

.. suche weiter ...

Blogparade "Social Learning" - 3

  • Social Lerning ist toll!
  • Social Learning macht schlau!
  • Social Learning ist in!

Aber muss ich auch etwas können bevor ich mit diesen tollen Tools von und mit anderen lernen kann?

Ja, ohne etwas Vorarbeit geht es nicht. Autodidakten bringen sich das slebst bei und vielfach wird von SocuíalMedia-Gurus verlauten lassen, dass man das von selbst lernt - ist ja alles nicht so schwer.

Für den privaten Bereich mag das ja gehen (obwohl man da schon einen erfahrenen Kumpel braucht, um die Privacy Settings von Facebook wie gewünscht einzustellen), im Unternehmen sind Trainingsmaßnahmen in den meisten Fällen notwendig. Die Mitarbeiter benötigen:

Suchen, Recherchieren, Beobachten
    Suchstrategien entwickeln
    Relevanz der Informationsquellen beurteilen können
    Informationsmanagement zur Bewältigung der eingehenden Informationsströme
    Kritische Auseinandersetzung mit den Medien
    …

Daten und Informationen speichern, verwalten und wiederfinden, teilen
    Effizient mit Tags arbeiten können
    Bookmarks und Listen einsetzen
    Ablagestrukturen jenseits von Ordnern entwickeln
    …

Kommunizieren
    Kommunikative Kompetenz: konstruktiv, effektiv und bewusst zu kommunizieren
    Konstruktives Feedback geben
    Kommunikation mit verschiedenen Medien aufbauen und führen
    …
        Messaging und Microblogging
        Synchrone Kommunikationstools und deren Einsatz beherrschen
        …

Vernetzen
    Netikette beherrschen
    Erkennen, wer mein gegenüber ist
    Eigene Reputation aufbauen
    …

Erstellen, Präsentieren und Teilen
    Inhalte formulieren und zur Publikation aufbereiten
    Wissen wo was veröffentlichen
    Nutzungsrechten kennen anwenden
    …

Kollaboration
    Teamfähigkeit: Bereitschaft und Fähigkeit, produktiv und konstruktiv mit anderen Menschen in Gruppen zu interagieren
    …

Taetiglkeiten_600

Hier gehts übrigens zur Blogparade: http://juliangrandke.de/socialmedia/solea11-die-social-learning-blogparade-2011/

Blogparade "Social Learning" - 2

Social Learning und die Tools

Die Frage nach den Tools ist von Pädagoen ungeliebt, denn darum geht es ja "eigentlich" gar nicht, aber in der Praxis sind die Tools UND die Fähigkeit sie zu bedienen und die Kompetenz sie richtig einzusetzen schon ein weseentlicher Punkt.

Über die Tools wird sehr viel geredet und verglichen, aber im Gegensatz zu den freien Freiberuflichen Arbeitern, haben Mitarbeiter in einem Unternehmen selten die frei Auswahl. Da wird der Sharepoint-Server auf die Dokumentbibliothen beschränkt (nur keine zusätzlichen zu supportende Funktionen einführen) und der Zugriff auf Twitter, Slideshare, Soziale Netzwerke etc. ist nicht möglich. Ich in aber der Meinung, dass sich dies in den nächsten Jahren langsam ändern wird.

Wie arbeite und lerne ich?

Mein PAUL sieht so aus:

Paul_111003_klein

Blogparade "Social Learning" - 1

Social Learning - Allgemeines

“Social Learning” nichts Besonderes: Social Learning ist Lernen, das ausschließlich oder überwiegend in einer Gruppe stattfindet. Die Theorie des "Sozialen Lernens" wurde unter anderen von Albert Bandura verbreitet. Grundlage ist der Ansatz, dass Menschen voneinander lernen durch Beobachten und Imitieren und Nachahmen (Lernen am Modell).

Durch die Verbreitung der Online-Netzwerke, Blog und Microblogging etc, subsumiert unter "Social Media" wird "Social Learning" heute häufig auf die Nutzung der Social Media im Kontext des Lernens benutzt. (Jane Hart: http://www.c4lpt.co.uk/blog/2011/07/22/social-learning-to-be-or-not-to-be/ "Soziales Lernen (offline) ist nichts Neues, im Zuge der Social Media, deren Einzug in die Unternehmen und die Diskussion um Enterprise 2.0 oder Social Business, erhält Social Learning erhöhte Aufmerksamkeit.

Social Learning ist
-    Gemeinsam mit anderen lernen / etwas erarbeiten
-    von anderen lernen und anderen Feedback geben
-    sein eigenes Wissen und Können frei weitergeben

Wenn wir hier nun über Social Learning diskutieren, so verstehen wir das Lernen mit- und voneinander via Internet/Sozialen Medien. Damit wird vorausgesetzt, dass
•    die Menschen einen Internetzugang besitzen,
•    Spaß an der Nutzung dessen haben
•    über die notwendigen Fertigkeiten zum zielgerichteten der Werkzeuge haben
•    und sich bereitwillig anderen gegenüber öffnen und ihre Erfahrungen austauschen

In den meisten heutezutage veröffentlichten Beiträge wird die Zielgruppe der "Wissensarbeiter" angesprochen, Peter Drucker: "Ein Wissensarbeiter ist jemand, der mehr über seine Tätigkeit weiß als jeder andere in der Organisation." Wissensarbeiter arbeiten gemeinsam an komplexen Aufgaben. Für Wissensarbeiter müssen in den Unternehmen Arbeitsbedingungen geschaffen warden, so dass eine offene  Kommunikation unterstützt wird und so der Freiraum für Kreativität und die Lösung komplexer Aufgaben möglich wird.

Für Unternehmen muss sich auch die Frage stellen, wie können wir unsere Mitarbeiter weiterentwickeln in Richtung Wissensarbeiter.

Kritische Frage: Doch was ist mit den anderen Mitarbeitern?
-    die, die nicht in die privilegierte Gruppe der Wissensarbeiter gehören,
-    nicht dorthin entwickelt werden,
-    nicht dorthin entwickelt werden können,
-    oder nicht dorthin wollen?